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Welche Einstreu eignet sich für staubempfindliche Pferde?
Warum Staub in der Einstreu zählt
Staub in der Box ist ein Gemisch aus Einstreupartikeln, Heu- und Futterresten, Hautschuppen und Stallstaub. Er entsteht beim Nachstreuen, beim Aufnehmen und beim Bewegen des Pferdes. Atemwege reagieren auf diese Belastung individuell – ein staubarmes Einstreukonzept ist deshalb einer von mehreren Bausteinen und nicht der einzige.
In der Praxis ist die Einstreu häufig nicht die grösste Staubquelle: Heu, das trocken aus der Raufe fällt, und eine unzureichende Lüftung wirken oft stärker. Wer nur die Einstreu wechselt, aber Heu und Luftwechsel unverändert lässt, merkt deshalb manchmal wenig.
Was «staubarm» bei Einstreu bedeutet – und was nicht
«Staubarm» ist eine Herstellerangabe, kein genormter Messwert. Es gibt für Einstreu keinen einheitlichen Grenzwert, und zwei Produkte mit derselben Bezeichnung können unterschiedlich stauben. Für unsere Produkte gilt: Staubarmut ist ausgewiesen, gemessene Staubwerte in µg/m³ liegen uns nicht vor.
Genau deshalb bewerten wir nicht pauschal «Stroh gleich staubig», sondern produktbezogen: Ein thermisch behandeltes, pelletiertes Strohprodukt verhält sich anders als loses Langstroh – und anders als ein aufgeschlossenes Strukturpellet.
Warum Strukturpellets nicht einfach «Strohpellets» sind
Beide bestehen aus Stroh und sind pelletiert, unterscheiden sich aber in Aufbereitung, Körnung und Verhalten beim Einstreuen. Unsere Strukturpellets aus Schweizer Weizenstroh sind als staubarm und saugstark ausgewiesen, binden Feuchtigkeit schnell und werden als Sack-, Big-Bag- oder lose Ware geliefert. Die Strohpellets von Stroy sind thermisch behandelt, keimfrei und staubarm ausgewiesen und mit einer Saugkraft von 401–450 % dokumentiert.
Für staubempfindliche Pferde sind damit beide pelletierten Strohprodukte mögliche Lösungen – nicht nur Hanf oder Leinen. Hanf und Leinen sind fachlich ebenfalls staubarme Materialien, in unserem Sortiment aber derzeit nicht als Artikel geführt.
Was in der Praxis den Unterschied macht
- Nachstreuen ohne Aufwirbeln: Einstreu langsam einbringen, nicht aus grosser Höhe schütten.
- Feuchtigkeit binden: Pellets vor dem Einstreuen leicht anfeuchten oder mit Wasser einsprühen, damit Feinstaub gebunden wird.
- Grosse Gebinde bevorzugen: Big Bag statt Einzelsack reduziert das Umschütten – eine der wirksamsten Massnahmen gegen Staubaufwirbelung.
- Lagerung trocken und getrennt: feuchte Einstreu schimmelt, nasse Säcke sind eine zusätzliche Sporenquelle.
- Heu anpassen: Heu vor dem Füttern bedampfen oder kurz wässern, wo es die Fütterung zulässt.
- Lüftung und Misthygiene: täglich Stallluft erneuern, nasse Stellen entfernen; Stallklima ist kein Nebenpunkt.
Wann Tierärztin oder Tierarzt gefragt ist
Bei Husten, erhöhter Atemfrequenz, Nasenausfluss, Leistungsabfall oder pfeifender Atmung gehört die Abklärung in tierärztliche Hände. Einstreu kann die Belastung senken – sie behandelt keine Atemwegserkrankung und führt nicht garantiert zu Beschwerdefreiheit. Wir stellen keine Diagnose und geben keine Heilversprechen.
Wichtige Einflussfaktoren
- Ausmass der Staubempfindlichkeit und bisherige tierärztliche Abklärung
- Haltungsform: Box mit täglichem Wechsel oder Offenstall mit Tiefstreu
- Heuqualität und Fütterungstechnik (Raufe, Heunetz, Bedampfen)
- Lüftung und Stallgrösse
- Lagerung der Einstreu und Grösse der Gebinde
- Anzahl Pferde und damit verbundener Einstreudurchsatz
Häufige Fragen
Sind Strohpellets für staubempfindliche Pferde grundsätzlich ungeeignet?
Nein. Pelletiertes, thermisch behandeltes oder entstaubtes Stroh kann staubarm sein – das ist eine Eigenschaft des einzelnen Produkts, nicht des Rohstoffs. Entscheidend sind Aufbereitung, Entstaubung und wie die Einstreu eingebracht wird.
Sind Strukturpellets für staubempfindliche Pferde geeignet?
Unsere Strukturpellets sind vom Hersteller als staubarm und saugstark ausgewiesen und werden bei entsprechenden Anforderungen als mögliche Lösung einbezogen. Messwerte zur Staubentwicklung liegen uns nicht vor; bei bestehenden Atemwegsproblemen entscheidet die tierärztliche Beurteilung.
Reicht eine staubarme Einstreu allein?
Meist nicht. Heu, Lüftung, Misthygiene und Lagerung wirken oft stärker auf die Staubbelastung als die Einstreu allein.
Grenzen dieser Empfehlung
- Keine gemessenen Staubwerte für unsere Einstreuprodukte – die Staubarmut ist Herstellerangabe.
- Einstreu ersetzt keine tierärztliche Abklärung und keine Behandlung.
- Keine Aussage zur Eignung bei bereits diagnostizierten Atemwegserkrankungen.
Quellen und Stand
- Shop-Produktdaten ProFauna StrukturpelletsHerstellerangabe «staubarm, saugstark», Schweizer Weizenstroh, Stand 05.11.2026
- Shop-Produktdaten Stroy Stroheinstreu PelletsHerstellerangabe thermisch behandelt, keimfrei, staubarm, Saugkraft 401–450 %, Stand 05.11.2026
- Sortimentsstatus Hanf / LeinenAls staubarme Premium-Alternative positioniert, derzeit kein Artikel im Sortiment
- Fachliche Hinweise zu Einstreu und StallklimaAufbereitung, Anfeuchten, Gebindegrösse, Lüftung – keine Primärliteratur hinterlegt
Redaktioneller Stand: 2026-11-05. Gesundheitsthemen ersetzen keine tierärztliche Abklärung.