
Grünland nach der Dürre regenerieren
Schäden beurteilen. Bestand regenerieren. Flächen wieder aufbauen.
Hier geht es um Ihre Wiesen, Weiden und Grünflächen nach der Dürre – nicht um die Futtermittelbeschaffung. Vom Schadbild über die Entscheidung bis zur Nachsaat, Wiederansaat oder Hydroseeding.
Dürreschäden an der Grasnarbe beurteilen
Nicht jede dürregeschädigte Fläche benötigt automatisch eine komplette Neuansaat. Erst den Bestand beurteilen, dann entscheiden.
Braune Wiese bedeutet nicht automatisch abgestorbene Wiese
Nach längeren Hitze- und Trockenperioden können Wiesen massiv geschädigt aussehen, obwohl ein Teil des Bestandes noch vital ist. Bevor gestriegelt, nachgesät oder neu angesät wird, sollte deshalb zuerst die Grasnarbe beurteilt werden.
Sind im Innern brauner Blattscheiden oder Horste noch grüne Triebe sichtbar?
Lassen sich die Horste nicht leicht aus dem Boden ziehen, sind sie häufig noch vital.
Besonders Englisch-Raigras und Wiesenrispe können nach einem längeren Wachstumsstillstand wieder austreiben.
Erst beurteilen – dann regenerieren. Nicht jede braune Wiese muss neu angesät werden.
Regeneration oder Wiederansaat?
Vom Schadbild zur passenden Massnahme: Bestand beurteilen, Regenerationsfähigkeit bestimmen, Methode wählen.
Bestand noch vital
Wenn ausreichend vitale Gräser und ein guter Grundbestand vorhanden sind:
- Natürliche Regeneration nach Niederschlägen abwarten
- Bestand beobachten
- Unnötige Bodenbearbeitung vermeiden
- Später entstandene Lücken gezielt nachsäen
Verfilzt oder lückig
Wenn abgestorbenes Pflanzenmaterial, Filz oder deutliche Lücken vorhanden sind:
- Abgestorbenes Material ausstriegeln
- Grasnarbe öffnen
- Bodenkontakt für Saatgut herstellen
- Lücken gezielt übersäen / nachsäen
Das Schliessen der Lücken reduziert gleichzeitig die Entwicklungsmöglichkeiten für Problemkräuter wie Blacken oder Breitwegerich.
Stark geschädigter Bestand
Wenn grosse Teile des Bestandes ausgefallen sind oder eine konventionelle Übersaat schwierig ist:
- Intensive Regeneration prüfen
- Mechanische Vorbereitung der Fläche
- Geeignete Saatmischung auswählen
- Nachsaat, Neuansatz oder Hydroseeding abhängig vom Standort prüfen
Hydroseeding nicht als pauschale Lösung darstellen – die notwendige Massnahme muss sich aus dem Zustand der Fläche ergeben.
Italienisches Raigras besonders beobachten
Italienisches Raigras kann auf trockenen Standorten besonders stark unter Sommertrockenheit leiden. Die relativ flach wurzelnden Horste können vollständig vertrocknen.
Gleichzeitig kann sich Italienisches Raigras über bereits gebildete Samen teilweise regenerieren, sobald wieder genügend Feuchtigkeit vorhanden ist.
Bei verfilzten Beständen sollte abgestorbenes Material vor einer Übersaat beziehungsweise vor dem Auflaufen neuer Pflanzen entfernt werden.
Was braucht meine Wiese?
Beantworten Sie wenige Fragen zum Zustand Ihrer Fläche – wir zeigen, welche Regenerationsstrategie grundsätzlich in Frage kommt.
Der Assistent dient als Orientierung und ersetzt keine individuelle Bestands- oder Standortbeurteilung.
Sind noch grüne Triebe vorhanden?
Prüfen Sie mehrere Stellen der Fläche. Öffnen Sie braune Blattscheiden beziehungsweise Horste und kontrollieren Sie, ob innen noch grüne Pflanzenteile vorhanden sind.
Nachsaat, Übersaat & Bestandspflege
Verdorrtes Material entfernen, Grasnarbe öffnen, Saatgut ausbringen und standortangepasst pflegen – Bestände vielfältig und widerstandsfähig aufbauen.
Nicht nur reparieren – den Bestand widerstandsfähiger machen
Die Dürreschäden können genutzt werden, um schwache oder ungeeignete Bestände gezielt zu verbessern. Abhängig von Standort und Nutzung können robustere Arten stärker berücksichtigt werden.
Raigräser sollen nicht grundsätzlich ersetzt werden. Ziel ist ein standortangepasster Mischbestand aus Futterqualität, Ertragssicherheit und Trockenheitstoleranz.
Flächen neu aufbauen
Wenn die Grasnarbe stark geschädigt ist, reicht Nachsaat nicht mehr aus. Dann steht die Wiederansaat an – mit gezielter Vorbereitung, Saatgut und Pflege nach der Ansaat.
Wann sinnvoll
Grosse offene Stellen, abgestorbene oder lückige Bestände – wenn der Grundbestand nicht mehr ausreicht, reicht eine einfache Nachsaat nicht mehr.
Vorbereitung
Verdorrtes Material mit dem Striegel entfernen und mit dem Ladewagen abfahren, Grasnarbe öffnen, Saatbett vorbereiten und standortangepasste Düngung prüfen.
Unterschied zur Nachsaat
Wiederansaat baut den Bestand auf grossen Flächen neu auf; die Nachsaat ergänzt lediglich lückige, noch leistungsfähige Bestände.
Lösungen für trockenere Bedingungen entwickeln
RE-NEW Bulls arbeitet gemeinsam mit Fachstellen, Forschungspartnern und Maschinenherstellern an neuen Verfahren für zunehmend trockene Bedingungen.

Hinweis: Diese Ansätze befinden sich ausdrücklich in Entwicklung und Erprobung. Es werden keine wissenschaftlich noch nicht nachgewiesenen Wirkungen als gesicherte Tatsache dargestellt.
Fachwissen & aktuelle Empfehlungen
RE-NEW Bulls orientiert sich bei Trockenheit, Futterbau und Grünlandregeneration an Schweizer Forschung, Fachberatung und standortbezogenen Empfehlungen.
Forschung zu trockenheitsangepasstem Futterbau, Grünland, alternativen Kulturen und Klimaanpassung.
Praxisorientierte Informationen zu Futterbau, Pflanzenbeständen, Saatmischungen und Grünlandmanagement.
Regionale Empfehlungen zu Standort, Vegetation und Bewirtschaftung.
Ergänzend verweisen wir auf das österreichische Webinar zum Futtermangel 2026. Diese Inhalte dienen als überregionale Fachinformation und ersetzen keine RE-NEW-Bulls-Empfehlung oder standortbezogene Beratung in der Schweiz.
Webinar «Futtermangel» – LK Niederösterreich ↗Quelle: LK Niederösterreich; HBLFA Raumberg-Gumpenstein. Schweizer Saatmengen, Termine, Bewilligungen und Förderbestimmungen sind standort- und rechtsbezogen zu prüfen.
Antworten auf die wichtigsten Fragen
Grünland & Regeneration – Detailwissen
Nach Niederschlägen ist der Bestand nicht automatisch wieder leistungsfähig. Zuerst wird der Zustand beurteilt:
- Verdorrtes Material mit dem Striegel entfernen und mit dem Ladewagen abtransportieren, um Lücken zu erzeugen.
- Nachsaat in Gunstlagen bis Ende September möglich.
- Bei trockenheitsanfälligen Standorten leichte Ablage im Boden (bis 0,5 cm) – Schlitzsaattechnik von Vorteil.
- Standortangepasste Düngung unterstützt die Regenerationsfähigkeit langfristig.
- Zu tiefes Mähen (unter 8 cm) vermeiden – Hochschnittkufen als Standard.
- Bodenbeschattung kühlt den Boden und reduziert die Verdunstung.
- Vielfältig aufgebaute Bestände sind krisenstabiler.
- Gut gedüngte Böden arbeiten wassereffizienter.
Die Schnitthöhe ist Teil des Wassermanagements: zu tiefer Schnitt reduziert die Bodenbeschattung und belastet geschwächte Pflanzen zusätzlich.
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