Dürrelandschaft mit rissigem Boden, Kuh und Pferd am offenen Stall
Grünlandregeneration

Grünland nach der Dürre regenerieren

Schäden beurteilen. Bestand regenerieren. Flächen wieder aufbauen.

Hier geht es um Ihre Wiesen, Weiden und Grünflächen nach der Dürre – nicht um die Futtermittelbeschaffung. Vom Schadbild über die Entscheidung bis zur Nachsaat, Wiederansaat oder Hydroseeding.

1. Schäden erkennen

Dürreschäden an der Grasnarbe beurteilen

Nicht jede dürregeschädigte Fläche benötigt automatisch eine komplette Neuansaat. Erst den Bestand beurteilen, dann entscheiden.

Braune Wiese bedeutet nicht automatisch abgestorbene Wiese

Nach längeren Hitze- und Trockenperioden können Wiesen massiv geschädigt aussehen, obwohl ein Teil des Bestandes noch vital ist. Bevor gestriegelt, nachgesät oder neu angesät wird, sollte deshalb zuerst die Grasnarbe beurteilt werden.

Grüne Triebe vorhanden?

Sind im Innern brauner Blattscheiden oder Horste noch grüne Triebe sichtbar?

Pflanzen fest verwurzelt?

Lassen sich die Horste nicht leicht aus dem Boden ziehen, sind sie häufig noch vital.

Guter Grundbestand vorhanden?

Besonders Englisch-Raigras und Wiesenrispe können nach einem längeren Wachstumsstillstand wieder austreiben.

Erst beurteilen – dann regenerieren. Nicht jede braune Wiese muss neu angesät werden.

2. Entscheidung

Regeneration oder Wiederansaat?

Vom Schadbild zur passenden Massnahme: Bestand beurteilen, Regenerationsfähigkeit bestimmen, Methode wählen.

Stufe 1

Bestand noch vital

Wenn ausreichend vitale Gräser und ein guter Grundbestand vorhanden sind:

  • Natürliche Regeneration nach Niederschlägen abwarten
  • Bestand beobachten
  • Unnötige Bodenbearbeitung vermeiden
  • Später entstandene Lücken gezielt nachsäen
Beobachten & Regeneration unterstützen
Stufe 2

Verfilzt oder lückig

Wenn abgestorbenes Pflanzenmaterial, Filz oder deutliche Lücken vorhanden sind:

  • Abgestorbenes Material ausstriegeln
  • Grasnarbe öffnen
  • Bodenkontakt für Saatgut herstellen
  • Lücken gezielt übersäen / nachsäen

Das Schliessen der Lücken reduziert gleichzeitig die Entwicklungsmöglichkeiten für Problemkräuter wie Blacken oder Breitwegerich.

Grasnarbe öffnen + Nachsaat
Stufe 3

Stark geschädigter Bestand

Wenn grosse Teile des Bestandes ausgefallen sind oder eine konventionelle Übersaat schwierig ist:

  • Intensive Regeneration prüfen
  • Mechanische Vorbereitung der Fläche
  • Geeignete Saatmischung auswählen
  • Nachsaat, Neuansatz oder Hydroseeding abhängig vom Standort prüfen

Hydroseeding nicht als pauschale Lösung darstellen – die notwendige Massnahme muss sich aus dem Zustand der Fläche ergeben.

Intensive Regeneration erforderlich

Italienisches Raigras besonders beobachten

Italienisches Raigras kann auf trockenen Standorten besonders stark unter Sommertrockenheit leiden. Die relativ flach wurzelnden Horste können vollständig vertrocknen.

Gleichzeitig kann sich Italienisches Raigras über bereits gebildete Samen teilweise regenerieren, sobald wieder genügend Feuchtigkeit vorhanden ist.

Bei verfilzten Beständen sollte abgestorbenes Material vor einer Übersaat beziehungsweise vor dem Auflaufen neuer Pflanzen entfernt werden.

Was braucht meine Wiese?

Beantworten Sie wenige Fragen zum Zustand Ihrer Fläche – wir zeigen, welche Regenerationsstrategie grundsätzlich in Frage kommt.

Der Assistent dient als Orientierung und ersetzt keine individuelle Bestands- oder Standortbeurteilung.

EntscheidungsassistentFrage 1 von 6

Sind noch grüne Triebe vorhanden?

Prüfen Sie mehrere Stellen der Fläche. Öffnen Sie braune Blattscheiden beziehungsweise Horste und kontrollieren Sie, ob innen noch grüne Pflanzenteile vorhanden sind.

3. Wiesenregeneration

Nachsaat, Übersaat & Bestandspflege

Verdorrtes Material entfernen, Grasnarbe öffnen, Saatgut ausbringen und standortangepasst pflegen – Bestände vielfältig und widerstandsfähig aufbauen.

Nicht nur reparieren – den Bestand widerstandsfähiger machen

Die Dürreschäden können genutzt werden, um schwache oder ungeeignete Bestände gezielt zu verbessern. Abhängig von Standort und Nutzung können robustere Arten stärker berücksichtigt werden.

WiesenfuchsschwanzKnaulgrasRohrschwingelWiesenrispeMattenkleeLuzerne bei Kunstwiesen

Raigräser sollen nicht grundsätzlich ersetzt werden. Ziel ist ein standortangepasster Mischbestand aus Futterqualität, Ertragssicherheit und Trockenheitstoleranz.

4. Wiederansaat

Flächen neu aufbauen

Wenn die Grasnarbe stark geschädigt ist, reicht Nachsaat nicht mehr aus. Dann steht die Wiederansaat an – mit gezielter Vorbereitung, Saatgut und Pflege nach der Ansaat.

Wann sinnvoll

Grosse offene Stellen, abgestorbene oder lückige Bestände – wenn der Grundbestand nicht mehr ausreicht, reicht eine einfache Nachsaat nicht mehr.

Vorbereitung

Verdorrtes Material mit dem Striegel entfernen und mit dem Ladewagen abfahren, Grasnarbe öffnen, Saatbett vorbereiten und standortangepasste Düngung prüfen.

Unterschied zur Nachsaat

Wiederansaat baut den Bestand auf grossen Flächen neu auf; die Nachsaat ergänzt lediglich lückige, noch leistungsfähige Bestände.

Entwicklung & Erprobung

Lösungen für trockenere Bedingungen entwickeln

RE-NEW Bulls arbeitet gemeinsam mit Fachstellen, Forschungspartnern und Maschinenherstellern an neuen Verfahren für zunehmend trockene Bedingungen.

RE-NEW Bulls Hydroseeding-Einsatz auf Hangfläche
Hydromulch-Matrix
ein Entwicklungsansatz
Faser
Pflanzenkohle
Binder
Untersucht werden insbesondere
Wasserrückhalt
Verdunstungsschutz
Erosionsschutz
Saatgutetablierung
Keimbedingungen
Grünland & Spezialflächen

Hinweis: Diese Ansätze befinden sich ausdrücklich in Entwicklung und Erprobung. Es werden keine wissenschaftlich noch nicht nachgewiesenen Wirkungen als gesicherte Tatsache dargestellt.

Fachwissen & Quellen

Fachwissen & aktuelle Empfehlungen

RE-NEW Bulls orientiert sich bei Trockenheit, Futterbau und Grünlandregeneration an Schweizer Forschung, Fachberatung und standortbezogenen Empfehlungen.

Agroscope

Forschung zu trockenheitsangepasstem Futterbau, Grünland, alternativen Kulturen und Klimaanpassung.

AGFF / AGRIDEA

Praxisorientierte Informationen zu Futterbau, Pflanzenbeständen, Saatmischungen und Grünlandmanagement.

Kantonale landwirtschaftliche Fachstellen

Regionale Empfehlungen zu Standort, Vegetation und Bewirtschaftung.

Fachinformationen aus dem angrenzenden Ausland

Ergänzend verweisen wir auf das österreichische Webinar zum Futtermangel 2026. Diese Inhalte dienen als überregionale Fachinformation und ersetzen keine RE-NEW-Bulls-Empfehlung oder standortbezogene Beratung in der Schweiz.

Webinar «Futtermangel» – LK Niederösterreich ↗

Quelle: LK Niederösterreich; HBLFA Raumberg-Gumpenstein. Schweizer Saatmengen, Termine, Bewilligungen und Förderbestimmungen sind standort- und rechtsbezogen zu prüfen.

Wissen & Lösungen

Antworten auf die wichtigsten Fragen

Grünland & Regeneration – Detailwissen

Nach Niederschlägen ist der Bestand nicht automatisch wieder leistungsfähig. Zuerst wird der Zustand beurteilt:

Erste Reaktionen nach der Trockenphase
  • Verdorrtes Material mit dem Striegel entfernen und mit dem Ladewagen abtransportieren, um Lücken zu erzeugen.
  • Nachsaat in Gunstlagen bis Ende September möglich.
  • Bei trockenheitsanfälligen Standorten leichte Ablage im Boden (bis 0,5 cm) – Schlitzsaattechnik von Vorteil.
  • Standortangepasste Düngung unterstützt die Regenerationsfähigkeit langfristig.
Bewirtschaftung trockenheitsgefährdeter Standorte
  • Zu tiefes Mähen (unter 8 cm) vermeiden – Hochschnittkufen als Standard.
  • Bodenbeschattung kühlt den Boden und reduziert die Verdunstung.
  • Vielfältig aufgebaute Bestände sind krisenstabiler.
  • Gut gedüngte Böden arbeiten wassereffizienter.

Die Schnitthöhe ist Teil des Wassermanagements: zu tiefer Schnitt reduziert die Bodenbeschattung und belastet geschwächte Pflanzen zusätzlich.